INGENIEUR- & BRÜCKENBAU

Im Ingenieur- und Brückenbaubau ist es vielfach erforderlich, Sachverhalte zu untersuchen und zu bewerten, die nicht durch die Standardfälle der anzuwendenden Regelwerke abgedeckt werden. Hierzu zählen u.a. nicht zugelassene Bauprodukte und -arten, planmäßige Abweichungen von den Normvorgaben wie z.B. Blechdickenüberschreitungen, aber auch Planungs- und Ausführungsfehler und Bauteilschäden. Diese sind hinsichtlich Ihrer Einflüsse auf die Tragfähigkeit, Gebrauchstauglichkeit und Dauerhaftigkeit des betrachteten Bauteils zu untersuchen und zu bewerten.

Mit der Entwicklung Europäischer Normen ab den 90er Jahren ergab sich die Chance, die Bruchmechanik zur Vermeidung von Sprödbruch neu zu entwickeln. Mit Hilfe von auf dieser Entwicklung basierender Konzepte und einer Anpassung der Eingangsgrößen der bruchmechanischen Sicherheitsanalyse konnte ein Verfahren entwickelt werden, das den verbesserten Einsatz moderner Stähle in geschweißten Konstruktionen ermöglicht. Das Konzept wurde von unseren Kooperationspartnern, vom Lehrstuhl für Stahlbau und dem Insitut für Eisenhüttenkunde der RWTH Aachen (Dr.-Ing. Peter Langenberg, heute Geschäftsführer unseres Partners IWT) entwickelt und bildet heute die Grundlage unseres Know-Hows bei der bruchmechanischen Bewertung von Bauteilen.

Aufgrund der vertieften Fachkenntnisse und langjährigen Erfahrungen unserer Mitarbeiter können wir Ihnen im Bereich des Ingenieurbaus unter anderem folgende Leistungen anbieten:

  • Überprüfung/Begutachtung/Bewertung der Standsicherheit, Gebrauchstauglichkeit, Dauerhaftigkeit von bestehenden Stahl- und Stahlverbundkonstruktionen
  • Untersuchung und Bewertung von Schadensfällen (Ermittlung der Ursache, Einfluss auf die Tragfähigkeit, Berechnung der Restlebensdauer)
  • Gutachten für nicht zugelassene Bauprodukte im Rahmen einer Zustimmung im Einzelfall (ZiE) oder Unternehmensinternen Genehmigung (UiG)
  • Bruchmechanische Analysen zur Bewertung des Tieftemperaturverhaltens und der Sprödbruchsicherheit mit den Hintergrundmethoden der EN 1993-1-10 bzw. der DASt-Richtlinie 009
  • Bewertung des Ermüdungsverhaltens von Bauteilen auf Basis unterschiedlicher Konzepte (Nennspannungs-, Strukturspannungs-, Kerbgrundkonzept, bruchmechanisches Konzept) auf Basis verschiedener nationaler und internationaler Regelwerke (z.B. EN 1993-1-9, IIW-Empfehlungen, FKM-Richtlinie)
  • Speziell für Brücken: Aeroelastische Untersuchungen im Windkanal zur Untersuchung der Schwingungsanfälligkeit bzgl. Galloping, Flattern, etc.

Die gewonnenen Erkenntnisse fließen stetig in die weiteren Bereiche unserer Tätigkeiten ein und führen so zu einer Verbesserung von Qualität und Effizienz.

Dabei stehen uns zur Untersuchung von Bauteil- und Werkstoffproben zur Werkstoffcharakterisierung und Schadensdiagnostik die Möglichkeiten verschiedener Institute der RWTH Aachen zur Verfügung. Außerdem können zur Durchführung von Bauteilversuchen die Versuchseinrichtungen unseres Kooperationspartners (Lehrstuhl für Stahlbau und Leichtmetallbau der RWTH Aachen) genutzt oder Messungen direkt vor Ort am Bauwerk durchgeführt werden.